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Residenz Würzburg

Staatsgalerie (Räume 23-29)

Bild: Blick in die Toskanaräme
Bild: Blick in die Toskanaräme
Bild: Blick in die Toskanaräme
Bild: Blick in die Toskanaräme
Bild: Blick in die Toskanaräme

Ausgehend von Tiepolos Würzburger Werken ist die in diesen Räumen eingerichtete Zweiggalerie der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen den großen Jahrhunderten der venezianischen Malerei gewidmet.  

Neben Tizian und Tintoretto prägte Paolo Veronese das Goldene Zeitalter der Malerei im Venedig des 16. Jahrhunderts. Besonders zwei in seiner Werkstatt ausgeführte Bilderserien rufen in der Galerie die große Tradition der Kunst- und Handelsmetropole in Erinnerung. Werke von Palma il Giovane und der Bassani, die zu den führenden Meistern der nachfolgenden Künstlergeneration zählen, dokumentieren das Fortbestehen der künstlerischen Blütezeit bis ins 17. Jahrhundert. Mit den ausgestellten Andachts- und Historienbildern, Allegorien und Porträts öffnen sich Einblicke in das gesellschaftliche, politische und religiöse Leben der Lagunenstadt. Zwei ungewöhnliche Ereignisbilder von Joseph Heintz d.J. zeigen Venedig als Stadt der Feste und des Vergnügens.          

Im Zentrum der Präsentation, im ehemaligen Theatersaal der Residenz, begegnen Tugend-Allegorien aus Veroneses Werkstatt dem Altarbild, das Giovanni Domenico Tiepolo 1754 für die Abteikirche Münsterschwarzach malte. Diese Gegenüberstellung lässt erahnen, wie tief das Schaffen der venezianischen Meister des Spätbarocks in der Hochrenaissance ihrer Heimatstadt verwurzelt war. Von seinen Zeitgenossen wurde Giovanni Battista Tiepolo als „neuer Veronese“ gefeiert. Auf den ersten Blick beschwört seine Malerei Venedigs alten Glanz. Die Darstellung eines Botschafterempfangs von Luca Carlevarijs dokumentiert exemplarisch, wie die prunksüchtige Elite der Stadt den Verlust ihrer wirtschaftlichen und politischen Macht verleugnete.   

Mit Intelligenz und Witz, mit viel Licht und kraftvollen Farben setzten Amigoni, Piazzetta, Pittoni und die beiden Tiepolo ihre Bilderzählungen in Szene. Ihre Werke im zweiten Teil der Galerie künden von der europaweiten Dominanz der venezianischen Malerei im 18. Jahrhundert. Anders als ihre Vorgänger malten diese Meister nur noch selten für die Paläste und Kirchen ihrer Heimat. Sehr erfolgreich stellten sie sich in den Dienst der europäischen Fürsten, und bald schmückte ihre elegante, dekorative Kunst zahlreiche Residenzen nördlich der Alpen.

© Text und Bilder: Bayerische Staatsgemäldesammlungen, München


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