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Residenz Würzburg

Weißer Saal

 

Bild: Weißer Saal

Die Dekoration des 1744/45 ausgestatteten Weißen Saales steht mit ihrer bewussten Farblosigkeit im Kontrast zur strahlenden, farbigen Pracht des Treppenhausfreskos und zu dem in funkelndem Gold und Achatviolett gehaltenen Kaisersaal.

Die Stuckaturen Antonio Bossis stehen weiß auf lichtgrauem Fond. Nur wenige Details sind durch dezente Farbgebung hervorgehoben. Allein der Schattenschlag kreiert eine Vielzahl von Abstufungen in Weiß- und Grautönen. Mit bewundernswertem Einfallsreichtum füllte Antonio Bossi in wenigen Monaten die riesige Fläche der hoch ansteigenden Wölbung. Ihm gelang es, die eigentlich zur Dekoration kleiner und intimer Räume entwickelte Rocaille (= C-förmig geschwungenes Dekorelement) zu nahezu monumentalen Dimensionen zu steigern, ohne deren beschwingte Leichtigkeit preiszugeben.

Den klassizistischen Stuck der Nische und die skulpturale Zier des Ofens, einen Adler und vier Jahreszeiten-Putti, schuf Materno Bossi. Auf die ursprüngliche Zweckbestimmung als Saal der fürstbischöflichen Garde verweisen die im Deckenstuck dargestellten Rüstungen, Waffen und Hoheitszeichen sowie die Reliefs der Kriegsgottheiten Mars und Bellona.

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